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Sudeshna Rana (IND)
My homeland is not just (a) mine
Die indische Autorin Sudeshna Rana beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit den vielschichtigen Realitäten von Regionen, die durch intensiven Kohleabbau geprägt sind. In ihrer Präsentation „My homeland is not just (a) mine“ gibt sie Einblicke in ihre Recherchen und persönlichen Erfahrungen aus Dhanbad – einem Ort, der häufig ausschließlich über ökologische Zerstörung und extreme Arbeitsbedingungen definiert wird. Sudeshna verbindet dabei journalistische, literarische und autobiografische Perspektiven, um die komplexen Verflechtungen zwischen industrieller Ausbeutung und gelebtem Alltag sichtbar zu machen und zeigt dabei ein vielschichtigeres Bild der Region.
Im Zentrum ihrer Präsentation steht die Frage, was es bedeutet, in einem Ort zu leben, der von aussen oft vorschnell als „Hölle“ oder dystopischer Raum beschrieben wird. Rana hinterfragt diesen Blick kritisch und macht auf die westlich geprägte Wahrnehmung aufmerksam, die solche Orte häufig vereinfacht und exotisiert. Während externe Besucher:innen, Forschende oder Fotograf:innen nur temporär vor Ort sind und ihre Deutungen wieder mitnehmen, bleiben die Menschen, die dort leben, meist unsichtbar in der Erzählung. Rana rückt genau diese Stimmen in den Vordergrund und zeigt, dass „Heimat“ auch unter prekären Bedingungen eine vielschichtige, widersprüchliche und zutiefst persönliche Bedeutung haben kann. Ein Thema, das lokal verankert ist, aber zutiefst aktuell global immer wieder zu finden ist.